09.01.2021

Impuls zum Fest der Taufe des Herrn

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen...ein Impuls von Pastor Wietkamp für den kommenden Sonntag.

Sonntag, 10. Januar 2021 - Die Taufe Jesu

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. (Mk 1,9-11)

In diesem Jahr werden die Evangelien an den Sonntagen vornehmlich aus dem Markus-Evangelium gelesen. Es fällt auf, dass Markus auf die sogenannte Kindheitsgeschichte Jesu verzichtet. Er ist der der einzige Evangelist, der uns nichts berichtet von der Geburt Jesu. Dennoch betont auch Markus, dass Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes, Mensch, also einer von uns geworden ist - und das schreibt er folgerichtig auch schon am Anfang seines Evangeliums. Dem obigen Text gehen Verse voraus, in denen Johannes als Wegbereiter Jesu vorgestellt wird. Zu ihm kommt Jesus, der bisher ein unauffälliges Leben in Nazareth geführt hat. Er, der Gottes Sohn ist, stellt sich in die Reihe der schuldbewussten und umkehrwilligen Menschen – er solidarisiert sich öffentlich mit ihnen. Er stellt sich ganz auf die Seite der Menschen, er der Gott-Mensch. Sagen wir das einmal in umgekehrter Reihenfolge: Jesus ist der der Mensch-Gott. Das klingt für uns zunächst ungewohnt. Aber dieser „Seitenwechsel“ klingt auch deshalb so seltsam, weil es uns nur schwer in Fleisch und Blut übergeht, - dass er, der Sohn Gottes, tatsächlich ganz und gar in unser Fleisch und Blut eingegangen ist; - dass er tatsächlich ganz und gar einer von uns geworden ist, in allem uns gleich; - dass er unser Menschsein nicht nur berührt, sondern annimmt, lebt und erleidet bis in den Tod; - dass er Mensch bleibt in Ewigkeit. Jesus ist Gottes Sohn als Mensch. „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ In Jesus berühren sich Himmel und Erde, in ihm sind Gott und Mensch zu einer unzertrennlichen Einheit verbunden. Diese Taufe Jesu im Jordan durch Johannes ist ein Bild, das uns vor Augen führt, wie Gott es seit unserer Taufe auch mit uns meint: Seine Worte an seinen eingeborenen, einzigen Sohn, sie gelten allen getauften Menschen, sie gelten jedem einzelnen von uns ganz persönlich: „Mensch, du gefällst mir! – An dir habe ich Gefallen! – Mensch, du bist in meiner Liebe! – Du bist mein Kind!“ Das ist Gottes Tauf-Versprechen für uns! Gott bindet uns an sich, - oder sollten wir besser sagen: er bindet sich an uns? – und er verspricht uns Treue! Das rührt uns an, das muss uns unter die Haut gehen, und es darf prickeln zu wissen: Gott liebt mich! Er liebt mich, schon bevor ich etwas tun oder lassen kann, ganz ohne Vorleistungen und Bedingungen. Freude und Dankbarkeit sind die einzig sinnvolle Antwort auf dieses Handeln Gottes an uns! So können wir getrost in unseren Alltag gehen, denn wir sind geborgen in seiner Hand. Ich wünsche uns allen heute am Fest der Taufe Jesu - noch am Anfang des Neuen Jahres - die Zuversicht, dass Gott tatsächlich immer an unserer Seite steht!

Ihr W. Wietkamp,

Pastor em.

 

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